Ayurveda Jung aus Düsseldorf

Die sechs Geschmacksrichtungen und deren Auswirkungen auf den Körper und die Psyche

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Im Ayurveda gibt es sechs verschiedene Geschmacksrichtungen:

süß (Madhura), sauer (Amla), salzig (Lavana), scharf (Katu), bitter (Tikta)
und zusammenziehend bzw. herb (Kashaya).

Jede von ihnen wirkt sich verschieden auf den Körper und die Psyche eines Menschen aus, was im positiven wie im negativen Sinne geschehen kann. Je nachdem, wie viel man zu sich nimmt bzw. ob die die Menge der eigenen Konstitution entspricht.

Jeder Geschmacksrichtung lassen sich Emotionen zuordnen, die sich bei nicht-typgerechtem Verzehr destruktiv-abbauend und beim typgerechten Verzehr positiv-aufbauend auswirken. Es lohnt sich also, seine Geschmackssinne zu schulen, um die Aufmerksamkeit gezielt darauf zu lenken, in einem für sich gesunden Maß zu essen und zu genießen.

Jeder Konstitutionstyp genießt anders!

Wie genießt Du?

Um zu wissen, mit welchen Nahrungsmitteln und Geschmacksrichtungen du deinen Körper und deine Psyche nachhaltig in eine Balance bringen kannst, ist es entscheidend, deinen Konstitutionstyp zu kennen.

In meinem Ayurveda Haus können Sie eine ayurvedische Konsultation und  individuellen Konstitutionstyp bestimmen lassen und erfahren, welche Ernährung zu Ihrem Typ am besten passt.

Dieser Beitrag erklärt dir, welche emotionalen und körperlichen Wirkungen die verschiedenen Geschmacksrichtungen hervorrufen und verstärken können, wobei feststeht.

Madhura (süß)

Lebensmittel mit einem süßen Geschmack wirken auf der emotionalen Ebene. Ihre Elemente Erde und Wasser wirken Kraft spendend und beruhigend, sie machen zufrieden. Durch den Verzehr wird vorwiegend Kapha aufgebaut, Vata und Pitta werden hingegen reduziert. Durch einen maßlosen Verzehr führen sie jedoch zu Faulheit, einem Gefühl der Schwere und Trägheit sowie zu Übergewicht. Zu den süßen Lebensmitteln zählen beispielsweise Honig oder Gebäck, Karotten, Süßkartoffeln und Mandeln, Reis, Milch, Mandeln oder süßes Obst.

Wirkungen:
  • Aufbau und Nahrung für Gewebestrukturen

  • Körperliches Wachstum

  • Erzeugt ein Gefühl von Wohlgefühl und Geborgenheit

  • Bildung von Bluthochdruck oder Arteriosklerose

  • Erhöhung der Dicke der Srota-Wände (Körpergewebe)

  • Übermäßige Mengen bilden Tamas (Trägheit, ruht im Chaos)

  • Nahrungsmittel mit schweren Eigenschaften können nicht gut verdaut werden, da sie das Verdauungsfeuer reduzieren

Mein Rat: Mit anregenden Gewürzen kombinieren, z. B. Schokolade mit Ingwer oder Chili

Amla (sauer)

Lebensmittel mit einem sauren Geschmack sind mit einem "hallo wach"-Kick verbunden. Sie schärfen die Sinne, setzen Enzyme und Hormone frei. Ihre verbundenen Elemente: Feuer und Erde. Ein übermäßiger Genuss solcher Lebensmittel kann zu Ungeduld führen, aber auch zu "unnötigen" Gedanken wie Neid oder Eifersucht. Andererseits können sie für eine gute Verdauung sorgen und ein Gefühl von erfrischendem Realismus erzeugen. Viel Säure enthalten z. B. Amla-Früchte, Zitrusfrüchte, Tomaten oder saures Obst.

Wirkungen:

Vor allem im vorderen Orient und im gesamten arabischen Raum würzt Sumach zahlreiche Schmortopfgerichte auf Basis von Huhn, Lamm, Fisch und Gemüse.

Sumach als Medizin und Gewürz kommt bereits seit der Antike zum Einsatz. Es besitzt einen fruchtig-sauren Geschmack, wird gerne für Speisen angewendet, die man auch sonst mit Essig oder Zitrone verfeinern würde.

Aber auch in Joghurtdips, Salate und Auberginen, Linsen- oder Kichererbsen-Püree wird das saure Pulver als Geschmacksträger eingesetzt. Es harmonisiert z. B. mit Chili, Knoblauch, Koriander, Kumin, Minze, Petersilie, Sesam oder Thymian.

Katu (scharf)

Lebensmittel mit scharfem  Geschmack wecken ebenso die Sinne, wie sie, im Übermaß verzehrt, zu Wut und hitzigen Gedanken führen können.

Sie regen den Stoffwechsel an, die Energie beginnt wieder zu fließen.

Scharfe Lebensmittel sind beispielsweise

  • Chilischoten

  • schwarzer Pfeffer,

  • Radieschen,

  • Ingwer,

  • Rettich oder

  • Zimt.

Wirkungen:

Die erwärmende Geschmacksrichtung entfaltet besonders in der Winzerzeit ihre optimalen Geschmacksvorteile.
Die Lebensmittel bauen Fettgewebe ab, durch das Kochen werden die Nahrungsmittel verträglicher.

Lavana (salzig)

Salzig schmeckende Lebensmittel beruhigen die Nerven und lindern Angstgefühle. Sie sorgen auch für Stabilität. Durch übermäßigen Genuss kommt es zu Wasseransammlungen im Gewebe mit der Förderung einer starren Geisteshaltung sowie einem überstrukturiertem Denkprozess.

Die Stoffe können zu Energielosigkeit, Wut, Ungeduld oder Gier führen.

Salzige Stoffe verflüssigen, erreichen damit die Gewebestrukturen, sie wirken auch abführend, beruhigend und sind verdauungsfördernd.

Wirkungen:

Ihnen wird auch eine Förderung der Schweißproduktion zugesprochen.

Bei einem "zu viel des Guten" kann es zu einem erhöhtem Bluthochdruck kommen, andere Auswirkungen können sein ergrauende Haare, Hautkrankheiten, Falten, Durst oder Herpes.

Hinweis: Im Ayurveda wird fast ausschließlich das Ur-Steinsalz verwendet.

Kashaya (herb)

Herbe Stoffe finden sich zum Beispiel in Lebensmitteln wie Gemüsen: Spinat, Linsen, Erbsen oder Sellerie. Vorhanden sind sie auch in unreifen Bananen sowie im Maismehl.

Die herben Stoffe stoppen Blutungen im Körper, reinigen das Blut.

Daher wird das Gemüse "Rote Bete" auch sehr oft im Ayurveda bei blutreinigenden Maßnahmen angewendet. In der Medizin nutzt man die zusammenziehenden Wirkungen der Stoffe von Kräutern mit herbem Geschmack, um Blutungen zu stillen.

Im Weiteren wird den Stoffen eine schleimlösende Wirkung zugesprochen, die zugleich das Gewebe stärken.

Als negative Wirkung bekannt ist bei einem Übermaß ein Desinteresse am Leben festzustellen.

Tikta (bitter)

Lebensmittel mit bitterem Geschmack, z. B. Kurkuma, Zimt, Kardamom oder Rhabarber, befreien von alten Emotionen, sie wirken reinigend auf Körper und Psyche.

Im Übermaß zugeführt, können sie jedoch Angstgefühle oder Schlafstörungen mit sich bringen.

Bittere Stoffe schenken eine klare Sichtweise, sie führen uns die Realität vor Augen, können auch ein Gefühl von Unzufriedenheit ergeben und dadurch neue Blickwinkel eröffnen.

Vorteile:

Sie wirken antibakteriell, antiseptisch, Fett reduzierend und verdauungsfördernd. Außerdem wirken die Lebensmittel mit bei der Reinigung von Blut oder bei der optimalen Verträglichkeit der Muttermilch.


Auch die Zucker- und Fettverdauung des Körpers wird angeregt.

10 Tipps für die ayurvedische Ernährung

aufklappen

Der Ayurveda kennt einige grundlegende Ernährungsprinzipien, die für alle Menschen
unabhängig von der individuellen Ausprägung von Konstitution und Stoffwechsel gelten.

1. Genießen Sie in Maßen

Zu viel Nahrung kann genauso zu Störungen führen, wie zu wenig. Also: Essen Sie in Maßen!

2. Bereiten Sie Ihre Mahlzeiten selbst zu

Bevorzugen Sie warme Speisen, möglichst selbst gekocht.

3. Achten Sie beim Essen auf gute Qualität

Hochwertig, frisch und mit Liebe angerichtet - so sieht reine Nahrung aus.

4. Wählen Sie die passende Nahrung

Lassen Sie sich von Ihren individuellen Essensvorlieben und Verträglichkeit leiten.

5. Trinken Sie nicht beim Essen

Eine bis anderthalb Stunden vor und nach dem Essen nichts zu trinken hält das
Verdauungsfeuer in Gang.

6. Essen Sie regelmäßig und ohne Zwischenmahlzeiten

Nehmen Sie drei Mahlzeiten zu sich, Frühstück, Mittagessen und Abendessen.

7. Nehmen Sie alle sechs Geschmacksrichtungen zu sich

Vorzugsweise in dieser Reihenfolge: süß, sauer, salzig, scharf, bitter, herb.

8. Speisen Sie in wohltuender Atmosphäre

Die Seele isst mit! Suchen Sie sich zum Essen einen Ort, an dem Sie sich wohlfühlen
und nicht abgelenkt sind.

9. Essen Sie mit Muße und kauen Sie gut

Essen Sie nicht zu langsam, aber mit Ruhe und kauen Sie die Speisen gut durch.

10. Kombinieren Sie klug

• Milch verträgt sich nicht mit Saurem und Salzigem, Bananen, Granatäpfeln, Blattgemüse,
Rettich, Senf, Senfsamen, Knoblauch, Fleisch, Fisch, oder Basilikum.
Mit Milch genießen können Sie dagegen: Honig, Zucker, Ghee, Amla-Früchte (Embilica
officinalis), Mango, Weintrauben, Butter, Pfeffer, Ingwer sowie Gerste und Reisflocken.

• Frische Früchte nicht zu gekochten Speisen dazugeben. Saure Früchte nicht mit
Joghurt oder Käse kombinieren.

• Fleisch passt nicht zu Rettich, Zuckerrohr-Produkten, Honig, Sesam,
Milch und Sprossengemüse.

• Fisch nicht zusammen mit Buttermilch, Milch, Joghurt oder Banane essen.

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